Posts mit dem Label Ausstellung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ausstellung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

17.07.2012

175 Jahre alter Botanischer Garten Zürich

Am 23. Juli feierte der Alte Botanische Garten Zürich seinen 175 Geburtstag.

Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltete der Botanische Garten der Universität Zürich, die "Grün Stadt Zürich" und Frau Prof. Mareile Flitsch mit ihr Team vom Völkerkundemuseum der Universität Zürich, eine gelungene Feier. Frau Prof. Conti, die Direktorin des Botanischen Gartens und Herr Tschannen, der Direktor der "Grün Stadt Zürich", wiesen auf die Bedeutung des Botanischen Gartens für die Lebensqualität in der Großstadt hin. Ein Rahmenprogramm mit mehreren Führungen durch den Alten Botanischen Garten und dessen lange und aufregende Geschichte, mehrere musikalische Darbietungen und ein Workshop für Kinder und in dem sie Salbe aus "Zauberkräutern" herstellen konnten, rundeten die Feierlichkeit ab. Fotos...

Besonders interessant ist die Ausstellung "Man muss einfach alles sammeln" zum züricher Botaniker und Forschungsreisenden Hanz Schinz (1858-1941) und seiner Forschung in Südwestafrika 1884-1887, welche noch bis zum 03. März 2013 in den Räumen des Völkerkundemuseums der Universität Zürich, direkt im Alten Botanischen Garten, an der Pelikanstrasse 40 zu besichtigen ist. Die Ausstellung wurde unter der Leitung von Frau Prof. Flitsch von Studenten des Ethnologischen Seminars der Universität Zürich erstellt. Fotos

08.04.2012

Chinas vergessene Frauenschrift

Bei meinem letzten Besuch im 798 Kunstviertel in Peking, besuchte ich auch das Enjoy Museum of Art, in dem zur Zeit eine Ausstellung mit Werken zeitgenössischer chinesischer Künstlerinnen zu sehen ist. Eine Installation mit dem Titel Nüshu zuopin 女书作品 (Werk der Frauenschrift) der chinesischen Künstlerin Tao Aimin 陶艾民, erregte meine Aufmerksamkeit. Es beschäftigt sich mich der inzwischen ausgestorbenen Frauenschrift (chin. Nüshu 女书), die seit dem 15. Jahrhundert im Süden Chinas Verwendung fand und nur von Frauen geschrieben und gelesen wurde. Im Zentrum der Installation befindet sich ein Monitor, auf dem Frauenhände beim Waschen der Wäsche mit einem Waschbrett zu sehen sind. Darum sind im Kreis acht Waschbretter gelegt, um die wiederum acht Hefte in Form klassische chinesischer Druckwerke gelegt sind, auf denen, mit Ausnahme eines Heftes, in dem Zeichen der Frauenschrift stehen, die Tintenabdrücke der Waschbretter zu sehen sind. Das Werk lässt viel Raum für Interpretation.
   Auf ihrem älteren Blog hat die Künstlerin beschrieben, wie sie die Installation aufgebaut und welche Beziehung sie selbst zur Frauenschrift hat. Ursprünglich war in der Mitte der Installation ein Symbol zu sehen. Es handelt sich hierbei um ein Bespielt einer achteckigen Zeichnungen von Blumen und Pflanzen, wie sie häufig in der Mitte von Schriftwerken der Frauenschrift zu sehen sind. Dieses wurde später durch den Monitor ersetzt. Die achteckige Form der Installation bezieht sich auf die oben erwähnten achteckigen Zeichnungen. Dieses Zeichnungen erinnern etwas an glücksverheißende Symbole  und ähneln den Stoffmalereien und Stickereien in der dortigen Region. Die besondere Beziehung der Künstlerin rührt daher, dass sie aus dem Südteil der Provinz Hunan stammt, in dem die Frauenschrift ihren Ursprung hat. Kurz bevor sie das Kunstwerk vollendete, besuchte sie 2008 die letzte noch bekannte Frau, welche die Frauenschrift verwendete. Die Begegnung mit dieser Frau, ihre bewegende Lebensgeschichte und die Freude, mit der sie sich mitteilte, hatten einen solch tiefgreifenden Eindruck bei Tao Airen, dass sie dieses Kunstwerk als besonders wichtig Teil ihrer künstlerischen Entwicklung empfindet. Im neuen Blog von Tao Airen sind weitere interessante Bilder zu den Werken der Künstlerin.

30.03.2012

Aufklärung im Dialog - letztes Forum

Die Veranstaltungsreihe Aufklärung im Dialog der Stiftung Mercator wurde am 25.03.2012 mit dem Forum „Aufklärung und Wissenskulturen“ im chinesischen Nationalmuseum (NMC) beendet. Im Anschluss folgte die Finnissage der Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Kunstgemälde Sammlungen, München, die am 31.03. schließt.

Die Redner des Forums, Herr Prof. Yang Chen-Ning, der erste chinesischstämmige Nobelpreisträger und Herr Prof. Unschuld, ein Spezialist für die Geschichte der Medizin in Europa und China, sprachen über die Bedeutung der Aufklärung für die Wissenschaften, hier im Besonderen für die Naturwissenschaften. Herr Prof. Yang verwies auf Isaac Newton, dessen Erkenntnisse viele weitere Erkenntnisse erst möglich gemacht hatten. Wobei Newton selbst aber nicht als aufgeklärt bezeichnet werden kann, da er noch nicht gänzlich die Vernunft als höchstes Ziel verfolgte. Prof. Unschuld wies darauf hin, dass die Aufklärung auf sein Metier, die Medizin, keinen wirklich nennenswerten Einfluss hatte, machte in seiner Rede aber einen feurigen Aufruf, niemals zu vergessen, dass die Gegner der Aufklärung auch heute noch existieren und nur darauf warten, die Errungenschaften der Aufklärung rückgängig zu machen und immer versuchen, den Fortschritt der Wissenschaften für die Verbesserung der menschlichen Existenz zu behindern. Beide stimmten darin überein, dass die Aufklärung niemals beendet sein wird, weil immer Bedarf für sie bestünde.

Im Anschluss wurde die Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ feierlich beendet. Im Festakt übergaben die staatlichen Museen zu Berlin dem chin. Nationalmuseum eine exakte Kopie der Prinzessinnengruppe, einer zwischen 1795 und 1797 entstandenen Skulptur des Bildhauers Johann Gottfried Schadow aus der Friedrichswerderschen Kirche in Berlin, welche die spätere preußische Königin Luise, ihre jüngeren Schwester Friederike umarmend zeigt und nun in der Eingangshalle des Nationalmuseums aufgestellt werden soll.

20.02.2012

Ausstellung zur Kulturrevolution

Kulturrevolution
Die Kunst der Propaganda und des Alltags in der Zeit, der von Mao zwischen 1966 und 1976 ausgelösten "Großen proletarischen Kulturrevolution", sind Gegenstand der aktuellen Ausstellung "Kultur der Kulturrevolution - Personenkult und politisches Design im China von Mao Zedong" des Völkerkundemuseums in Zürich.

Manche der Darstellungen auf Plakaten, Postern und Utensilien des Alltags, erinnern in ihrer naiven, undifferenzierten Darstellung an Zeichnungen für Kinderbücher. Auch dem unbewanderten Bauern wird der Unterschied zwischen Gut und Böse, zwischen Kommunismus und dem Rest des Universums so klar veranschaulicht, dass ihm der Luxus einer eigenen Meinung erspart wird. Wer hier nicht lächelt und winkt ist demnach der Klassenfeind.
Wichtige Elemente sind auch die Roten Banner und das "kleine rote Büchlein", die gesammelten Werke Mao Zedongs, auch als Mao-Bibel" bezeichnet, das tunlichst jeder in die Höhe halten sollte. Dabei war diese Kulturrevolution, die als Erneuerung innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) propagiert wurde, eine Abfolge von teilweise widersprüchlichen Kampagnen und erbitterten Machtkämpfen, die dazu diente, die alten Parteiführer (abgehobene "Bürokratenklasse") zu entfernen, die Mao kritisch gegenüber eingestellt waren und die Revolution, als Maos Vermächtnis für immer aufrecht zu halten. Im Mittelpunkt der Kulturrevolution stand, wie man aus den verschiedenen Darstellungen ersehen kann, der innerste Machtapparat der kommunistischen Partei, welcher die Jugend
für ihre Machtkämpfe missbrauchte. Der einzige Fixstern in der Welt der Kulturrevolution war Mao, mit seinen Attributen Steuerrad und rotem Sonnenaufgang, Symbole, die nur mit seiner Person verbunden werden durften. China selbst hat dieses Kapitel noch nicht verarbeitet. In vielen kleinen Läden und auf vielen Märkten in China findet sich noch immer allerhand Mao-Kitsch, der wohl eher für Touristen gedacht, manchen jungen Leuten heute als Pop-Art und zur Belustigung dient. >> Fotoserie

Ausstellung "Die Kultur der Kulturrevolution - Personenkult und politisches Design im China von Mao Zedong" bis 10. Juni 2012 im Völkerkundemuseum der Universität Zürich

12.10.2011

"Kunst der Aufklärung" im Martin-Gropius-Bau

DiskussionsrundeAm Mo., den 10.10. fand im Martin Gropius Bau in Berlin eine Veranstaltung des Senders ARTE zum Dokumentarfilm "Bilder einer Ausstellung - China und die Aufklärung", mit anschließender Diskussion statt.

Die 52 minütige Dokumentation verfolgt dabei kritisch die Entstehung der Ausstellung "Kunst der Aufklärung" der Museen Berlin, Dresden und München, die seit April im chinesischen Nationalmuseum am Platz des himmlischen Friedens in Peking zu sehen ist.

Der Film geht ausführlich auf die inhaltliche Konzeption der Ausstellung ein, mit Interviews der Generaldirektoren der drei beteiligten deutschen Museen. Ebenfalls zu Wort kommen Kuratoren der deutschen und des chinesischen Museums. Darüber hinaus wird in Gesprächen mit Kunststudenten und Galeristen über die Situation der bildenden Kunst in China berichtet.
Auch kritische Seiten werden beleuchtet, wie die Verhaftung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei am Tag nach der Eröffnung der Ausstellung und es wird die Frage gestellt, wie sinnvoll eine Ausstellung über Aufklärung in einem autoritären Staat an einem Ort ist, der traurige Bekanntheit für die blutige Niederschlagung von Studentenprotesten bekannt erhalten hat.

In der folgenden Diskussion sprachen der Regisseur des Films, Hr. Schwerfel sowie Herr Ruitenbeek, Direktor des Museum für Asiatische Kunst in Berlin und Alexander Ochs, Galerist in Berlin und Peking über die Hintergründe des Films. Es wurden die Schwierigkeiten bei der Filmproduktion mit den Behörden vor Ort, die übertriebenen Vorstellungen von einer Nachwirkung des Projektes in China und die politische Dimension der Ausstellung im chinesischen Nationalmuseum besprochen. Kritisiert wurde die Nähe zur Politik und die naive Herangehensweise der Deutschen. Vom Publikum kam Kritik, dass im Film keine chinesischen Dissidenten zu Wort kamen und die Problembereiche nicht ausreichend angesprochen wurden.

Die Dokumentation wird am Mo., den 24.10.2011 um 22:40 Uhr in ARTE gezeigt und ist sieben Tage in der Mediathek zu sehen.
>> Fotos der Filmpremiere und Links zu Videoausschnitten mit Statements der Podiumsgäste

02.04.2011

Eröffnung in Peking: Kunst der Aufklärung

31.03.2011
Der Flug von Shanghai nach Peking war ruckelig aber kurz, rund 90 Minuten. Heute war eine Pressekonferenz im Nationalmuseum. Gigantismus pur; überall Marmor, Granit und Reliefs mit Helden...

Es war etwas hetzig, weil ich vom Flughafen gleich zum Museum düsen musste um rechtzeitig da zu sein. Mit allem Gepäck hab ich mich also über den Tiananmen Platz gekämpft. Am Abend habe ich mit einem chinesischen Prof. zu Abend gegessen und dabei völlig überfressen – kann kaum gehen.

01.04.2011
Bin gerade vom Dinner zurück ins Hotel gekommen. Wir waren ganz exklusive im "China Club", dem Hausrestaurant von Deng Xiaoping, dem ehemaligen Staatschef in den 80ern.

Heute war die Eröffnung der Ausstellung der deutschen Museen im Nationalmuseum - bombastisch wie ich mir die Reichskanzlei vorstelle - vielleicht noch größer... Man kommt sich vor wie eine Ameise. >> Bilder

Habe Herrn Westerwelle und den chinesischen Kulturminister gesehen. Sonst viel Prominenz. Sachsens Ministerpräsident war auch da; Tillich. Der hat eine Rede gehalten, weil die Dresdner Staatskapelle hier im Nationalmuseum in Peking gespielt hat, zusammen mit Musikern aus Berlin und München. Beethovens "Eroica". Wirklich fantastisch, ohne Witz. Ein Musikgenuss.

Morgen ist unsere große Stunde. Dann wird unsere Veranstaltungsreihe eröffnet.

>> Aufklärung im Dialog
Website der Gemeinschaftsveranstaltung der Stiftung Mercator und des National Museum of China

25.01.2010

SO SORRY - Ai Weiwei im Haus der Kunst in München

Anlässlich der neuen Ausstellung Ai Weiweis in der Tate Modern in London, hier ein kurzer Post zur Ausstellung des, in China sehr bekannten aber auch umstrittenen Künstlers Ai Weiwei (艾未未) im Haus der Kunst vom März 2009 bis Januar 2010.

Bereits die Außenfassade des Kunsthauses gab beredten Eindruck von Ai Weiweis Kunst. Ihre Tiefe und Bedeutung wird dem Betrachter aber erst bewusst, wenn ihm auch der Hintergrund des Werkes bekannt ist.

Bei besagtem Kunstwerk an der Außenfassade handelt es sich um den chinesischen Satz "Sie lebte sieben Jahre glücklich auf dieser Welt." [chin.: 她在这个世界上开心地生活了七年 (Ta zai zhe ge shijie shang kaixin de shenghuo le qi nian)]
Der Satz stammt von einer Mutter, die erfuhr, dass sie beim großen Erdbeben von Sichuan 2008 ihre Tochter beim Einsturz der örtlichen Schule verlor hatte.


Der Hintergrund ist folgender: Während des großen Erdbebens waren besonders viele Grundschulen eingestürzt, zum Teil als einziges Gebäude im ganzen Ort, was auf schlampige und mangelhafte Bauqualität zurückzuführen ist.
Anstelle zu versuchen, die Kinder in den Schulen zu retten, schafften die anrückenden Rettungsteams jedoch heimlich deren Leichname aus den Trümmern der Schulen und ließen diese verschwinden. Zudem entfernten sie die Namensschilder der Kinder aus den Rucksäcken, damit die Eltern später keine Schadensersatzansprüche an die Gemeinde stellen konnten.

Um dieser Perfidität Ausdruck zu verleihen, ließ Ai Weiwei einen Vorhang aus Rucksäcken in verschiedenen Farben fertigen, welcher den oben genannten Satz wiedergibt. Die Rucksäcke dienen hierbei als Sinnbild für all die Rucksäcke der Kinder, die bei dieser Katastrophe unnötiger weise zu Tode kamen.

Ai Weiwei wurde bei seinen Nachforschungen zur Vorbereitung dieser Ausstellung in der Erdbebenregion in Sichuan von örtlichen Polizeibeamten so stark verprügelt, dass er eine Hirnblutung erlitt und später, als er sich für die Arbeiten im Haus der Kunst in München befand, zusammenbrach und nur durch eine Notoperation gerettet werden konnte. Das Poster am Anfang zeigt Ai Weiwei nach der Operation, bei der ihm die Haare auf dem Mittelkopf abrasiert wurden.

Diese bewegende Ausstellung, die sich in vielen ihrer Objekte mit dem Erdbeben in Sichuan auseinandersetzte, zeigte das vielseitige Schaffen dieses außergewöhnlichen chinesischen Künstlers.

Wie sehr sich Ai Weiwei auch mit der Geschichte des Ausstellungsortes beschäftigt, zeigt der Teppich, den er speziell für das Haus der Kunst hatte anfertigen lassen. (Siehe Foto, erste Reihe sind noch Steinplatten, die folgenden sind Teppichfliesen.)
Nachdem das Ausstellungsgebäude, noch als "Haus der deutschen Kunst", während des 3. Reiches eingeweiht wurde, diente es den Nationalsozialisten als Aufmarschplatz. Im Mittelraum hallte das Stiefelgeräusch der marschierenden Soldaten.
Ai Weiwei ließ alle Bodenplatten des Mittelraumes abfotografieren und danach in China genaue Kopien aus Teppichen anfertigen. Trat man auf den Teppich, verschwand plötzlich des Geräusch der Schuhe auf den Bodenplatten, um so Ai Weiweis Ablehnung dem Totalitarismus Ausdruck zu verleihen.

Weitere Impressionen dieser Ausstellung finden Sie unter im Webalbum SO SORRY

Wer mehr an diesem Thema interessiert ist, wird auf dem Blog zu Ai Weiweis Ausstellung fündig: http://aiweiwei.blog.hausderkunst.de

Zu sehen war die Ausstellung:
Stiftung Haus der Kunst GmbH
Prinzregentenstrasse 1, 80538 München
Telefon +49 (0)89 21127-113
http://www.hausderkunst.de